Melanie Kröpfl von der nomnom vegan bakery hat ihr erstes E-Book herausgebracht. Es handelt sich um ein Rezeptebuch mit veganen Ideen für Weihnachten. Neben klassischen Weihnachtskeksen wie Vanillekipferl oder Zimtsterne findet man im Buch weihnachtliche Cupcakes und Torten sowie Rezepte für festliche Getränke, etwa Punsch oder Eggnogg. Am Anfang gibt es eine Erklärung der verschiedenen Zutaten, die für Menschen, die neu im veganen Backen sind, vielleicht etwas ungewöhnlich erscheinen. Für die meisten Rezepte benötigt man aber keinerlei spezielle Zutaten. Um euch einen Eindruck von den Rezepten zu geben, habe ich zwei davon ausprobiert.
Zimtsterne:
Für die Zimtsterne benötigt man keine ausgefallenen Zutaten. Mit Nüssen, Zucker, Zimt und Wasser ist man schon dabei. Das Rezept funktioniert einwandfrei und ist super einfach, die Kekse lassen sich super ausstechen und werden super lecker.
Eggnogg:
Ein Getränk, das nach Ei schmecken soll, vegan herzustellen ist natürlich eine Herausforderung. Das Rezept verlangt zuerst nach keinerlei ungewöhnlichen Zutaten, dann steht allerdings "für Mutige" kann noch Kala Namak, ein schwarzes Salz mit schwefeligem Geruch, hinzugefügt werden. Ohne dieses Salz, was für die meisten VeganerInnen allerdings sowieso zum normalen Kücheninventar zählt, hat man allerdings eher eine alkoholische Vanillesauce. Erst der schwefelige Zusatz gibt dem Getränk einen Hauch von Ei. Das Rezept könnte allgemein etwas mehr Rum vertragen, da laut Rezept sehr wenig darin ist, das Rumaroma allerdings wichtig für den authentischen Geschmack ist.
Alles in allem ist das Rezeptbuch sehr empfehlenswert, da man alle klassischen Weihnachtsrezepte darin findet sowie einige neue Anregungen, die das Fest zu einem einmaligen Erfolg machen. Man kann es gleich online unter https://nomnom-v.com/vegan-christmas/ kaufen, um 7,99 € ist es für das, was einem geboten wird, ein wahres Schnäppchen. #notsponsored
Montag, 18. Dezember 2017
Rezension: Sebastian Fitzek - Noah
Inhalt:
Ein Mann findet sich plötzlich auf den Straßen Berlins wieder, mit einer Schusswunde in der Schulter. Er hat keinerlei Erinnerung an sein persönliches Leben und weiß nicht, wie er hier hergekommen ist. Ein Obdachloser namens Oskar gabelt ihn auf und hilft ihm in den darauffolgenden Wochen, sich auf den Straßen durchzuschlagen. Der Mann kann sich nicht an seinen Namen erinnern, daher wird er Noah genannt, denn dieses Wort ist in seine rechte Handfläche tätowiert. Eines Nachts liest er in der Zeitung darüber, dass ein Künstler gesucht wird, dessen Werk Millionen wert ist. Als Noah das Bild sieht, hat er zum ersten Mal einen Erinnerungsschub und ruft die Nummer an. Dadurch setzt er eine Welle der Ereignisse in Gang, die ihn rund um die Welt und zu so ziemlich jeder bekannten Verschwörungstheorie führt. Bilderberger, Chemtrails, die Pharmaindustrie, hier wird einem alles geboten. Außerdem enthält das Buch eine wichtige Botschaft zum Thema Ökologischer Fußabdruck und die Zukunft der Menschheit.
Sprache/Stil:
Das Buch ist, so wie jeder Fitzek-Roman, sehr gut und authentisch geschrieben. Die Beschreibungen der verschiedenen Situationen, etwa das Leben als Obdachloser auf der Straße, sind sehr überzeugend geschrieben und gut recherchiert. Das Buch bleibt eigentlich die ganze Zeit über spannend, man kann es kaum weglegen, da es ständige Wendungen gibt. Bis zu Schluss ist es kaum möglich, das Ende vorherzusehen, obwohl es einen Riesenspaß macht, zu spekulieren, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird. Es bleibt spannend bis zur letzten Seite.
Empfehlung:
Das Buch ist für Liebhaber von Krimis, Thrillern und Mystery ein absolutes Muss. Auch Tier- und Umweltschützer werden sich mit dem Buch sehr wohl fühlen. Spannung ist bis zum Ende geboten.
Ein Mann findet sich plötzlich auf den Straßen Berlins wieder, mit einer Schusswunde in der Schulter. Er hat keinerlei Erinnerung an sein persönliches Leben und weiß nicht, wie er hier hergekommen ist. Ein Obdachloser namens Oskar gabelt ihn auf und hilft ihm in den darauffolgenden Wochen, sich auf den Straßen durchzuschlagen. Der Mann kann sich nicht an seinen Namen erinnern, daher wird er Noah genannt, denn dieses Wort ist in seine rechte Handfläche tätowiert. Eines Nachts liest er in der Zeitung darüber, dass ein Künstler gesucht wird, dessen Werk Millionen wert ist. Als Noah das Bild sieht, hat er zum ersten Mal einen Erinnerungsschub und ruft die Nummer an. Dadurch setzt er eine Welle der Ereignisse in Gang, die ihn rund um die Welt und zu so ziemlich jeder bekannten Verschwörungstheorie führt. Bilderberger, Chemtrails, die Pharmaindustrie, hier wird einem alles geboten. Außerdem enthält das Buch eine wichtige Botschaft zum Thema Ökologischer Fußabdruck und die Zukunft der Menschheit.
Sprache/Stil:
Das Buch ist, so wie jeder Fitzek-Roman, sehr gut und authentisch geschrieben. Die Beschreibungen der verschiedenen Situationen, etwa das Leben als Obdachloser auf der Straße, sind sehr überzeugend geschrieben und gut recherchiert. Das Buch bleibt eigentlich die ganze Zeit über spannend, man kann es kaum weglegen, da es ständige Wendungen gibt. Bis zu Schluss ist es kaum möglich, das Ende vorherzusehen, obwohl es einen Riesenspaß macht, zu spekulieren, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird. Es bleibt spannend bis zur letzten Seite.
Empfehlung:
Das Buch ist für Liebhaber von Krimis, Thrillern und Mystery ein absolutes Muss. Auch Tier- und Umweltschützer werden sich mit dem Buch sehr wohl fühlen. Spannung ist bis zum Ende geboten.
Rezension: 4DX Kino
Seit kurzem gibt es in Wien ein 4D Kino, im Hollywood Megaplex Gasometer (#notsponsored). Hier eine Beschreibung und Bewertung.
Der Kinosaal 2 wurde zum 4DX Kinosaal umgebaut. Bereits vor dem Eintreten gibt es die Möglichkeit, seine Sachen in einem kostenlosen Spind zu verstauen. Dies ist empfehlenswert, weil man gut sitzen sollte, da sich die Sitze bewegen und man mit Jacke unter sich vielleicht zu sehr rutscht oder nicht alle Effekte spürt. Es gibt einige Vorschriften, die man sich vor Betretens des Kinosaals durchlesen kann. So ist unter anderen eine gewisse körperliche Mindestgröße vorgeschrieben, heiße Getränke dürfen nicht mitgenommen werden und alle Getränke müssen mit Deckel oder in Flaschen mitgenommen werden. Neben dem üblichen 3D Effekt, der durch Brillen erzeugt wird, gibt es noch einige spezielle Effekte:
Bewegliche Sitze
Der Saal ist normal groß, doch das Besondere sind die Sitze. Immer vier sind zu einem Element verbunden. Diese bewegen sich miteinander. Es gibt Vibrationen, aber auch richtig starke Bewegungen, etwa, wenn im Film ein Auto schnell fährt, wird man so zurück gelehnt, als ob man sich ebenfalls schnell bewegt. Teilweise sind die Bewegungen heftig, sodass man sich lieber etwas anhält, bzw. das Popcorn festhalten muss. Dieser Effekt macht wirklicht einen riesen Spaß, ist aber auch der Grund, warum man Getränke nicht heiß und nur mit Deckel oder in Flaschen mitnehmen darf. Trinken ist während turbulenter Szenen fast nicht möglich.
Wind
Um Effekte wie etwa Fahrtwind zu simulieren, gibt es ein Luftgebläse. Auch Wind wird damit in verschiedenen Stärken dargestellt. Der Effekt passt meist sehr gut zur Handlung.
Geruch
In manchen Szenen, in denen Situationen mit starken Gerüchen gezeigt werden (in Thor 3 etwa eine Szene auf einer Müllhalde), riecht man plötzlich etwas. Der Geruch ist meist immer der gleiche, etwas Klodurft-artig, eine angenehme Note, aber meist nicht wirklich zur Situation passend. Der Geruch war bisher immer gut, nie war es tatsächlich ein Gestank, auch wenn dieser eigentlich damit dargestellt werden sollte, was aber nicht unbedingt als Nachteil zu sehen ist.
Wasser
Sehr selten, aber doch ein- bis zweimal pro Film, wird man mit Wasser angespritzt. Es handelt sich um hygienisches reines Wasser und man bekommt nur sehr wenig ab, ist nachher also nicht nass, man kann es gerade spüren. In einer Szene, in welcher jemand ins Wasser fällt in Thor 3 wird man beispielsweise nassgespritzt, was dadurch, dass es doch unerwartet passiert, sehr lustig ist. Die Wasserspritzer reichen nicht mal aus, um die 3D Brillen anschließend putzen zu müssen.
Blitzlichter
Ein zusätzlicher Effekt sind helle Blitzlichter im Kinosaal, mit denen helle Effekte im Film verstärkt werden. In Thor 3 kam dieser Effekt häufig zum Einsatz, da aus Thors Hammer ja Blitze schießen. Das Licht ist nicht so hell, dass man geblendet wird.
Zur Zeit gibt es die Filme leider nur auf Deutsch, da das Kino befürchtet, sonst nicht genug Besucher zu bekommen. Dies ändert sich hoffentlich noch in Zukunft. Die Kinokarten sind teuer, aber nicht unbezahlbar mit etwa 18 Euro pro Karte, mit einer Star Card (Mitgliedskarte des Kinos) bekommt man allerdings einen tollen Rabatt, wobei die Karte dann nur noch 14,20 € kostet. Das Kinoerlebnis ist ein Riesenspaß, wenn man einmal 4D erlebt hat, will man eigentlich nie wieder in starren Sitzen filmschauen. Eine klare Empfehlung!
Der Kinosaal 2 wurde zum 4DX Kinosaal umgebaut. Bereits vor dem Eintreten gibt es die Möglichkeit, seine Sachen in einem kostenlosen Spind zu verstauen. Dies ist empfehlenswert, weil man gut sitzen sollte, da sich die Sitze bewegen und man mit Jacke unter sich vielleicht zu sehr rutscht oder nicht alle Effekte spürt. Es gibt einige Vorschriften, die man sich vor Betretens des Kinosaals durchlesen kann. So ist unter anderen eine gewisse körperliche Mindestgröße vorgeschrieben, heiße Getränke dürfen nicht mitgenommen werden und alle Getränke müssen mit Deckel oder in Flaschen mitgenommen werden. Neben dem üblichen 3D Effekt, der durch Brillen erzeugt wird, gibt es noch einige spezielle Effekte:
Bewegliche Sitze
Der Saal ist normal groß, doch das Besondere sind die Sitze. Immer vier sind zu einem Element verbunden. Diese bewegen sich miteinander. Es gibt Vibrationen, aber auch richtig starke Bewegungen, etwa, wenn im Film ein Auto schnell fährt, wird man so zurück gelehnt, als ob man sich ebenfalls schnell bewegt. Teilweise sind die Bewegungen heftig, sodass man sich lieber etwas anhält, bzw. das Popcorn festhalten muss. Dieser Effekt macht wirklicht einen riesen Spaß, ist aber auch der Grund, warum man Getränke nicht heiß und nur mit Deckel oder in Flaschen mitnehmen darf. Trinken ist während turbulenter Szenen fast nicht möglich.
Wind
Um Effekte wie etwa Fahrtwind zu simulieren, gibt es ein Luftgebläse. Auch Wind wird damit in verschiedenen Stärken dargestellt. Der Effekt passt meist sehr gut zur Handlung.
Geruch
In manchen Szenen, in denen Situationen mit starken Gerüchen gezeigt werden (in Thor 3 etwa eine Szene auf einer Müllhalde), riecht man plötzlich etwas. Der Geruch ist meist immer der gleiche, etwas Klodurft-artig, eine angenehme Note, aber meist nicht wirklich zur Situation passend. Der Geruch war bisher immer gut, nie war es tatsächlich ein Gestank, auch wenn dieser eigentlich damit dargestellt werden sollte, was aber nicht unbedingt als Nachteil zu sehen ist.
Wasser
Sehr selten, aber doch ein- bis zweimal pro Film, wird man mit Wasser angespritzt. Es handelt sich um hygienisches reines Wasser und man bekommt nur sehr wenig ab, ist nachher also nicht nass, man kann es gerade spüren. In einer Szene, in welcher jemand ins Wasser fällt in Thor 3 wird man beispielsweise nassgespritzt, was dadurch, dass es doch unerwartet passiert, sehr lustig ist. Die Wasserspritzer reichen nicht mal aus, um die 3D Brillen anschließend putzen zu müssen.
Blitzlichter
Ein zusätzlicher Effekt sind helle Blitzlichter im Kinosaal, mit denen helle Effekte im Film verstärkt werden. In Thor 3 kam dieser Effekt häufig zum Einsatz, da aus Thors Hammer ja Blitze schießen. Das Licht ist nicht so hell, dass man geblendet wird.
Zur Zeit gibt es die Filme leider nur auf Deutsch, da das Kino befürchtet, sonst nicht genug Besucher zu bekommen. Dies ändert sich hoffentlich noch in Zukunft. Die Kinokarten sind teuer, aber nicht unbezahlbar mit etwa 18 Euro pro Karte, mit einer Star Card (Mitgliedskarte des Kinos) bekommt man allerdings einen tollen Rabatt, wobei die Karte dann nur noch 14,20 € kostet. Das Kinoerlebnis ist ein Riesenspaß, wenn man einmal 4D erlebt hat, will man eigentlich nie wieder in starren Sitzen filmschauen. Eine klare Empfehlung!
Montag, 27. November 2017
Film-Rezension: God's Own Country
Der neue „Brokeback
Mountain"
Inhalt
Der Film erzählt
die Geschichte von Johnny, der in der Einöde Englands auf einem
Bauernhof lebt und arbeitet. Sein Vater ist nach einem Schlaganfall
kaum mehr in der Lage, mitzuhelfen und außer den beiden gibt es nur
noch die Großmutter, die tut was sie kann. Johnny hasst sein
Schicksal und verhält sich oft daneben. Jede Nacht lässt er sich in
einem Pub in der Stadt voll laufen und hat Sex mit jedem jungen Mann,
den er finden kann. Als die Schafe anfangen zu gebären, benötigt
die Familie dringend Hilfe. Sie engagieren einen jungen Rumänen
namens Gheorghe, der als Wanderarbeiter auf Höfen aushilft. Johnny
behandelt ihn anfangs schlecht, auch weil er sich von ihm bedroht
fühlt. Doch Gheorghe lässt sich nicht alles gefallen und bietet dem
jungen Engländer die Stirn. Daraufhin befreunden sich die beiden
immer mehr und nach und nach beginnt erst eine sexuelle und
schließlich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden.
Bewertung
Die Geschichte wirkt
sehr realitätsnah. Man sieht viele Aspekte des Lebens auf dem
Bauernhof sehr deutlich und unzensiert, etwa die Geburt von Tieren
und das Häuten eines verstorbenen Lamms. Die harte Arbeit und der
ewige Kampf ums Auskommen wird sehr authentisch dargestellt. Auch die
Darstellung sexueller Kontakte zwischen Männern wird sehr
realistisch umgesetzt. Die Geschichte zeigt viele emotionale Facetten
und mündet schließlich in ein Happy End, das gerade bei LGBT Filmen
so oft ausbleibt. Eine klare Empfehlung!
Samstag, 11. November 2017
Rezension: Daniel H. Wilson - Robocalypse
Maschine gegen Mensch - der altbewährte Kampf erfindet sich neu
Inhalt
Cormac Wallace, genannt „Brightboy“, befindet sich zu Beginn des Romans auf den Ragnorak Intelligence Fields in Alaska und schlägt die letzte Schlacht gegen die endlich besiegten Roboter. Kurz darauf finden er und seine Männer tief im Eis einen Würfel – ein Roboter mit allen Aufzeichnungen der Revolte. Wallace entschließt sich dazu, das Gedankengut als Buch niederzuschreiben, da man nicht vergessen sollte, was während des Krieges geschehen ist und welche Personen sich im Kampf um das Überleben besonders hervorgetan haben. Es geht vor allem um die Nacherzählung verschiedener Heldengeschichten, die dieses Maschinenwesen während des gesamten Krieges beobachtet, mitgeschnitten und abgespeichert hat.
Man erfährt schon im ersten Kapitel, dass die befehlshabende Gewalt hinter den Robotern „Archos“ genannt wird – er wurde von Dr. Nicholas Wasserman programmiert und ist bereits die 14. Version, da die restlichen 13 Experimente vernichtet wurden. Das Problem dabei war, dass die künstlichen Intelligenzen _zu_ intelligent geworden waren. Prof. Wasserman erkannte die gefährlichen Tendenzen der Roboter, eigenständiger zu werden, und zerstörte seine Experimente rechtzeitig. Das gelingt ihm allerdings bei Archos nicht mehr, der sich über seine Vorgänger hinaus entwickelt und aus dem Labor fliehen kann, nicht jedoch ohne zuvor Dr. Wasserman getötet zu haben.
Die Maschinen sind von diesem Zeitpunkt an der Meinung, die Menschheit müsse ausgerottet werden, da sie selbst gefährlich für die Natur und das Wissen in den Lebewesen ist – der Mensch neigt dazu, alles zu töten, was die Roboter nun nicht mehr zulassen. Stattdessen beginnen sie selbst damit, alle Menschen umzubringen, die sie auf ihrem Weg durch die Städte finden können. Anfänglich begreifen die Menschen noch nicht, was mit ihnen passiert, da sie nicht wahrhaben können, dass ihre Technik sich tatsächlich gegen sie wendet. Schließlich aber beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben.
Die einzelnen Kapitel des Romans werden völlig unterschiedlich erzählt. Es wird nicht nur die übliche Prosa-Nacherzählung verwendet, sondern es spielen auch andere Textsorten eine große Rolle: Verhörprotokoll, Tagebücher, Interviews, Telefongespräche – jede einzelne Erzählung wird auf seine eigene Art geschildert. Zudem gibt es eine Einleitung jedes Kapitels in Form eines Zitats, was einen interessanten Ausblick auf den Inhalt gibt.
Nicht nur die Textsorten stechen sprachlich ins Auge, der Autor verwendet auch unterschiedliche Sprachebenen. Wenn sich Personen unterschiedlicher gesellschaftlicher oder Bildungsebene unterhalten, wird das auch in der verwendeten Sprache wiederzugeben versucht. Oftmals sprechen die Menschen im Dialekt, dann wieder in Fachsprache oder in Fremdsprachen. Das führt zu einer sehr realitätsnahen Erzählung, in der man sich mehr als nur einmal mit blutigen Szenen konfrontieren muss, die man aufgrund der geschickten Schilderung sehr gut nachfühlen kann.
Kritik / Empfehlung
Obwohl das Buch und seine Handlung an zahlreiche bereits existierenden Filme und Geschichten erinnert, erfindet es die inhaltliche Substanz auf seine eigene Art und Weise neu – es handelt sich nicht um eine typische lineare Geschichte. Von Anfang an wird in Form eines Rückblicks erzählt, was zeigt, dass das Motiv dieses Romans ein völlig anderes ist als das vieler ähnlicher Filme mit solchem Gehalt.
Die LeserInnen wissen von Beginn an, wie die Handlung ablaufen wird, da man bereits im Prolog an der Endschlacht gegen die Roboter teilnimmt. Zudem erfährt man, dass der nachfolgende Roman als Rückblick erzählt wird, um den LeserInnen Einblicke in die Vorgänge zu geben, die überhaupt erst zu dieser ganzen Auseinandersetzung geführt haben. Spannung liegt also, im Unterschied zu den meisten anderen Beschäftigungen mit diesem Genre, nicht im Inhalt. Vielmehr geht es um die Frage, warum die Roboter überhaupt so denken und handeln und ob sie den Mensch mit ihrer Existenz tatsächlich übertrumpfen. Da zu Beginn immer wieder angedeutet wird, dass Mensch und „erwachte“ Maschine auf irgendeine Art koexistieren könnten, bleibt es bis zum Schluss spannend, wie sich die Roboter weiterentwickeln.
Der Roman ist nicht nur vom Inhalt her, sondern auch von seiner äußeren Aufmachung ein Unikat, da die äußeren Ecken abgerundet wurden und dem Buch so ein ganz besonderes und unverwechselbares Aussehen verleihen. Außerdem ist es dadurch angenehm in den Händen zu halten und zu lesen. Es empfiehlt sich sehr für Menschen, die sich für künstliche Intelligenzen und die möglicherweise damit entstehenden Problematiken interessieren. Wer jedoch Angst vor der Zukunft hat, sollte lieber die Finger davon lassen …
Inhalt
Cormac Wallace, genannt „Brightboy“, befindet sich zu Beginn des Romans auf den Ragnorak Intelligence Fields in Alaska und schlägt die letzte Schlacht gegen die endlich besiegten Roboter. Kurz darauf finden er und seine Männer tief im Eis einen Würfel – ein Roboter mit allen Aufzeichnungen der Revolte. Wallace entschließt sich dazu, das Gedankengut als Buch niederzuschreiben, da man nicht vergessen sollte, was während des Krieges geschehen ist und welche Personen sich im Kampf um das Überleben besonders hervorgetan haben. Es geht vor allem um die Nacherzählung verschiedener Heldengeschichten, die dieses Maschinenwesen während des gesamten Krieges beobachtet, mitgeschnitten und abgespeichert hat.
Man erfährt schon im ersten Kapitel, dass die befehlshabende Gewalt hinter den Robotern „Archos“ genannt wird – er wurde von Dr. Nicholas Wasserman programmiert und ist bereits die 14. Version, da die restlichen 13 Experimente vernichtet wurden. Das Problem dabei war, dass die künstlichen Intelligenzen _zu_ intelligent geworden waren. Prof. Wasserman erkannte die gefährlichen Tendenzen der Roboter, eigenständiger zu werden, und zerstörte seine Experimente rechtzeitig. Das gelingt ihm allerdings bei Archos nicht mehr, der sich über seine Vorgänger hinaus entwickelt und aus dem Labor fliehen kann, nicht jedoch ohne zuvor Dr. Wasserman getötet zu haben.
Die Maschinen sind von diesem Zeitpunkt an der Meinung, die Menschheit müsse ausgerottet werden, da sie selbst gefährlich für die Natur und das Wissen in den Lebewesen ist – der Mensch neigt dazu, alles zu töten, was die Roboter nun nicht mehr zulassen. Stattdessen beginnen sie selbst damit, alle Menschen umzubringen, die sie auf ihrem Weg durch die Städte finden können. Anfänglich begreifen die Menschen noch nicht, was mit ihnen passiert, da sie nicht wahrhaben können, dass ihre Technik sich tatsächlich gegen sie wendet. Schließlich aber beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben.
Die einzelnen Kapitel des Romans werden völlig unterschiedlich erzählt. Es wird nicht nur die übliche Prosa-Nacherzählung verwendet, sondern es spielen auch andere Textsorten eine große Rolle: Verhörprotokoll, Tagebücher, Interviews, Telefongespräche – jede einzelne Erzählung wird auf seine eigene Art geschildert. Zudem gibt es eine Einleitung jedes Kapitels in Form eines Zitats, was einen interessanten Ausblick auf den Inhalt gibt.
Nicht nur die Textsorten stechen sprachlich ins Auge, der Autor verwendet auch unterschiedliche Sprachebenen. Wenn sich Personen unterschiedlicher gesellschaftlicher oder Bildungsebene unterhalten, wird das auch in der verwendeten Sprache wiederzugeben versucht. Oftmals sprechen die Menschen im Dialekt, dann wieder in Fachsprache oder in Fremdsprachen. Das führt zu einer sehr realitätsnahen Erzählung, in der man sich mehr als nur einmal mit blutigen Szenen konfrontieren muss, die man aufgrund der geschickten Schilderung sehr gut nachfühlen kann.
Kritik / Empfehlung
Obwohl das Buch und seine Handlung an zahlreiche bereits existierenden Filme und Geschichten erinnert, erfindet es die inhaltliche Substanz auf seine eigene Art und Weise neu – es handelt sich nicht um eine typische lineare Geschichte. Von Anfang an wird in Form eines Rückblicks erzählt, was zeigt, dass das Motiv dieses Romans ein völlig anderes ist als das vieler ähnlicher Filme mit solchem Gehalt.
Die LeserInnen wissen von Beginn an, wie die Handlung ablaufen wird, da man bereits im Prolog an der Endschlacht gegen die Roboter teilnimmt. Zudem erfährt man, dass der nachfolgende Roman als Rückblick erzählt wird, um den LeserInnen Einblicke in die Vorgänge zu geben, die überhaupt erst zu dieser ganzen Auseinandersetzung geführt haben. Spannung liegt also, im Unterschied zu den meisten anderen Beschäftigungen mit diesem Genre, nicht im Inhalt. Vielmehr geht es um die Frage, warum die Roboter überhaupt so denken und handeln und ob sie den Mensch mit ihrer Existenz tatsächlich übertrumpfen. Da zu Beginn immer wieder angedeutet wird, dass Mensch und „erwachte“ Maschine auf irgendeine Art koexistieren könnten, bleibt es bis zum Schluss spannend, wie sich die Roboter weiterentwickeln.
Der Roman ist nicht nur vom Inhalt her, sondern auch von seiner äußeren Aufmachung ein Unikat, da die äußeren Ecken abgerundet wurden und dem Buch so ein ganz besonderes und unverwechselbares Aussehen verleihen. Außerdem ist es dadurch angenehm in den Händen zu halten und zu lesen. Es empfiehlt sich sehr für Menschen, die sich für künstliche Intelligenzen und die möglicherweise damit entstehenden Problematiken interessieren. Wer jedoch Angst vor der Zukunft hat, sollte lieber die Finger davon lassen …
Rezension: Casey Hill - Tabu
Eigentlich ist alles ganz anders
Inhalt
Reilly Steel stammt ursprünglich aus Irland, ist aber früh mit ihrer Familie nach Amerika ausgewandert. Sie hat eine schwere Kindheit gehabt, da ihre Mutter Cassie die Familie verlassen hat, als sie und ihre Schwester Jess noch sehr jung gewesen sind. Seit damals hat sich Reilly um ihre Schwester gekümmert und der Familie eine Mutter sein müssen, obwohl sie selbst noch ein Kind gewesen ist.
Durch verschiedene Ereignisse in ihrer Kindheit beeinflusst, wählt sie schließlich den Beruf der forensischen Ermittlerin und wird darin zu einer der besten auf ihrem Gebiet. Sie verliert ihre Schwester durch einen erst spät im Buch beschriebenen Umstand, womit ihr Vater jedoch nicht zurecht kommt und zum Alkoholiker wird. Gemeinsam mit ihm kehrt sie schließlich nach Irland zurück.
Kaum befindet sich Reilly in Dublin, wird sie schon wieder von verschiedensten Morden überhäuft. Tatsächlich stellt sich heraus, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt und auf irgendeine rätselhafte Art und Weise Verbindung zu Sigmund Freud herzustellen versucht. Vor allem Tabus scheinen den Täter zu beschäftigen – er setzt gesellschaftlich hoch verachtete Taten ein, zu denen er seine Opfer zwingt, bevor er sie umbringt. Beispielsweise zählen dazu Homosexualität zwischen heterosexuellen Männern, Suizid, Verwandtenmord, Inzest oder der Verzehr von Menschenfleisch. Zu all dem lassen sich die Opfer tatsächlich hinreißen, weil sie vermutlich glauben, dadurch selbst mit dem Leben davonzukommen, was jedoch nicht der Fall ist.
Reilly bittet schließlich ihren früheren Lehrer Daniel Forrest um Hilfe, der in Amerika zurückgeblieben ist und sich im Werk von Sigmund Freud auskennt. Er kann ihr sehr weiterhelfen und kommt schließlich persönlich nach Irland, als sich herausstellt, dass der Mörder damit beginnt, eine persönliche Verbindung zu Reilly herzustellen. Es zeichnet sich allmählich ab, dass der Mörder mehr und mehr zum Ziel hat, sich am Ende Reilly selbst als Opfer vorzunehmen. Dann wird auch noch Reilly selbst bedroht und ihr Vater entführt …
Sprache und Stil
Sprachlich ist das Werk gut gelungen, es zeichnet sich durch zahlreiche inneren Monologe und direkte Reden aus. Außerdem erfährt man durch viele Rückblicke in die Kindheit von Reilly mehr und mehr von ihrer Familie, was das Verständnis des Thrillers deutlich steigert. Durch diese Tatsache wird auch Spannung aufgebaut, weil die Rückblicke, die in Form von Träumen in aktueller Verbindung mit Reilly stehen, meist unmittelbar Einfluss auf Reillys Ermittlungen nehmen.
Kritik
Spannung wird in dem Thriller dadurch aufgebaut, dass immer wieder Überraschungen und nicht erwartete Wendungen eingebaut werden. Anfangs scheinen diese Lösungen noch vorhersehbar zu sein, dann jedoch gibt es immer mehr überraschende Einwürfe, die man als LeserIn nicht mehr vorhersehen kann. Vor allem das Ende ist anders, als man als LeserIn erwartet – während der Lektüre verdächtigt man zwischenzeitlich die verschiedensten Protagonisten, der Serienmörder oder wenigstens ein Komplize zu sein, doch am Ende wird einem eine Lösung geboten, mit der man wirklich nicht gerechnet hätte.
Zwischendurch wird immer wieder angedeutet, dass sich zwischen Reilly und einem anderen Ermittler – Chris Delaney – eine Liebesbeziehung anbahnt. Zumindest ist schon früh in dem Thriller deutlich, dass sich zwischen ihnen mehr als nur eine gute Freundschaft entwickelt, allerdings wird diese Geschichte nicht zu einem Ende geführt, was am Ende doch etwas enttäuschend übrigbleibt. Es hätte sich durchaus angeboten, nach dem guten Ausgang der Ermittlung damit aufzuhören, es darf jedoch spannend bleiben, ob der Thriller vielleicht eine Fortsetzung erhält.
Außerdem leidet Officer Delaney an einer seltsamen Krankheit, zumindest hat er starke Schmerzen in den Gelenken, obwohl er sehr gesund lebt und häufig trainiert. Als er Reilly bittet, sein Blut zu untersuchen, glaubt man als LeserIn, dass sich eine spektakuläre Erkenntnis anbahnt – leider jedoch bleibt auch hier die Antwort auf die mysteriösen Umstände offen. Die Erklärung, Reilly könne mit den eigenartigen Ergebnissen nichts anfangen – schließlich ist sie keine Ärztin – ist noch zufriedenstellend, am Ende des Werkes wird jedoch einfach gesagt, dass sich bisher nichts als Antwort ergeben hat und dass wohl vorerst ungeklärt bleiben muss, woran Chris leidet. Hier erscheint es fast so, als wüssten die Autoren selbst nicht, wie sie ihre langsam entwickelte Krankheit nun zu einem sinnvollen Abschluss bringen und logisch erklären sollten. Dabei war die Beschreibung von Delaneys Zuständen durchaus spannend, man hätte sich sehr über eine Erklärung gefreut.
Empfehlung
Der Thriller wird seinem Namen wirklich gerecht, man ist die ganze Zeit über sehr gespannt, wie es weitergehen wird und wer nun tatsächlich der Serienmörder ist – beziehungsweise, was er mit seinen eigenartigen Hinweisen auf Sigmund Freud eigentlich plant, denn dass er nicht einfach nur geistesgestört ist, wird spätestens dann klar, als er Reilly persönlich in seine Taten hineinzieht.
Die Spannung wird durchgehend so gekonnt aufrecht erhalten, dass man das Buch besser nicht am Abend vor dem Schlafengehen lesen sollte – es könnte sein, dass man jedes noch so bekannte Geräusch dann diesem fiktiven Serienmörder zuschreibt!
Inhalt
Reilly Steel stammt ursprünglich aus Irland, ist aber früh mit ihrer Familie nach Amerika ausgewandert. Sie hat eine schwere Kindheit gehabt, da ihre Mutter Cassie die Familie verlassen hat, als sie und ihre Schwester Jess noch sehr jung gewesen sind. Seit damals hat sich Reilly um ihre Schwester gekümmert und der Familie eine Mutter sein müssen, obwohl sie selbst noch ein Kind gewesen ist.
Durch verschiedene Ereignisse in ihrer Kindheit beeinflusst, wählt sie schließlich den Beruf der forensischen Ermittlerin und wird darin zu einer der besten auf ihrem Gebiet. Sie verliert ihre Schwester durch einen erst spät im Buch beschriebenen Umstand, womit ihr Vater jedoch nicht zurecht kommt und zum Alkoholiker wird. Gemeinsam mit ihm kehrt sie schließlich nach Irland zurück.
Kaum befindet sich Reilly in Dublin, wird sie schon wieder von verschiedensten Morden überhäuft. Tatsächlich stellt sich heraus, dass ein Serienmörder sein Unwesen treibt und auf irgendeine rätselhafte Art und Weise Verbindung zu Sigmund Freud herzustellen versucht. Vor allem Tabus scheinen den Täter zu beschäftigen – er setzt gesellschaftlich hoch verachtete Taten ein, zu denen er seine Opfer zwingt, bevor er sie umbringt. Beispielsweise zählen dazu Homosexualität zwischen heterosexuellen Männern, Suizid, Verwandtenmord, Inzest oder der Verzehr von Menschenfleisch. Zu all dem lassen sich die Opfer tatsächlich hinreißen, weil sie vermutlich glauben, dadurch selbst mit dem Leben davonzukommen, was jedoch nicht der Fall ist.
Reilly bittet schließlich ihren früheren Lehrer Daniel Forrest um Hilfe, der in Amerika zurückgeblieben ist und sich im Werk von Sigmund Freud auskennt. Er kann ihr sehr weiterhelfen und kommt schließlich persönlich nach Irland, als sich herausstellt, dass der Mörder damit beginnt, eine persönliche Verbindung zu Reilly herzustellen. Es zeichnet sich allmählich ab, dass der Mörder mehr und mehr zum Ziel hat, sich am Ende Reilly selbst als Opfer vorzunehmen. Dann wird auch noch Reilly selbst bedroht und ihr Vater entführt …
Sprache und Stil
Sprachlich ist das Werk gut gelungen, es zeichnet sich durch zahlreiche inneren Monologe und direkte Reden aus. Außerdem erfährt man durch viele Rückblicke in die Kindheit von Reilly mehr und mehr von ihrer Familie, was das Verständnis des Thrillers deutlich steigert. Durch diese Tatsache wird auch Spannung aufgebaut, weil die Rückblicke, die in Form von Träumen in aktueller Verbindung mit Reilly stehen, meist unmittelbar Einfluss auf Reillys Ermittlungen nehmen.
Kritik
Spannung wird in dem Thriller dadurch aufgebaut, dass immer wieder Überraschungen und nicht erwartete Wendungen eingebaut werden. Anfangs scheinen diese Lösungen noch vorhersehbar zu sein, dann jedoch gibt es immer mehr überraschende Einwürfe, die man als LeserIn nicht mehr vorhersehen kann. Vor allem das Ende ist anders, als man als LeserIn erwartet – während der Lektüre verdächtigt man zwischenzeitlich die verschiedensten Protagonisten, der Serienmörder oder wenigstens ein Komplize zu sein, doch am Ende wird einem eine Lösung geboten, mit der man wirklich nicht gerechnet hätte.
Zwischendurch wird immer wieder angedeutet, dass sich zwischen Reilly und einem anderen Ermittler – Chris Delaney – eine Liebesbeziehung anbahnt. Zumindest ist schon früh in dem Thriller deutlich, dass sich zwischen ihnen mehr als nur eine gute Freundschaft entwickelt, allerdings wird diese Geschichte nicht zu einem Ende geführt, was am Ende doch etwas enttäuschend übrigbleibt. Es hätte sich durchaus angeboten, nach dem guten Ausgang der Ermittlung damit aufzuhören, es darf jedoch spannend bleiben, ob der Thriller vielleicht eine Fortsetzung erhält.
Außerdem leidet Officer Delaney an einer seltsamen Krankheit, zumindest hat er starke Schmerzen in den Gelenken, obwohl er sehr gesund lebt und häufig trainiert. Als er Reilly bittet, sein Blut zu untersuchen, glaubt man als LeserIn, dass sich eine spektakuläre Erkenntnis anbahnt – leider jedoch bleibt auch hier die Antwort auf die mysteriösen Umstände offen. Die Erklärung, Reilly könne mit den eigenartigen Ergebnissen nichts anfangen – schließlich ist sie keine Ärztin – ist noch zufriedenstellend, am Ende des Werkes wird jedoch einfach gesagt, dass sich bisher nichts als Antwort ergeben hat und dass wohl vorerst ungeklärt bleiben muss, woran Chris leidet. Hier erscheint es fast so, als wüssten die Autoren selbst nicht, wie sie ihre langsam entwickelte Krankheit nun zu einem sinnvollen Abschluss bringen und logisch erklären sollten. Dabei war die Beschreibung von Delaneys Zuständen durchaus spannend, man hätte sich sehr über eine Erklärung gefreut.
Empfehlung
Der Thriller wird seinem Namen wirklich gerecht, man ist die ganze Zeit über sehr gespannt, wie es weitergehen wird und wer nun tatsächlich der Serienmörder ist – beziehungsweise, was er mit seinen eigenartigen Hinweisen auf Sigmund Freud eigentlich plant, denn dass er nicht einfach nur geistesgestört ist, wird spätestens dann klar, als er Reilly persönlich in seine Taten hineinzieht.
Die Spannung wird durchgehend so gekonnt aufrecht erhalten, dass man das Buch besser nicht am Abend vor dem Schlafengehen lesen sollte – es könnte sein, dass man jedes noch so bekannte Geräusch dann diesem fiktiven Serienmörder zuschreibt!
Rezension: Gisa Klönne - Nichts als Erlösung
Erlöse mich von der Vergangnheit
**1) ** **Inhalt**
Judith Krieger ist eine Kriminalermittlerin, die durch Zufall frühmorgens an einen Tatort kommt – Jonas Vollenweider, ein ausgewanderter Deutscher, der nur für ein paar Tage wieder im Land hätte sein wollen, liegt erschossen unter einer Eisenbahnbrücke. Durch die Ermittlungen kommt heraus, dass er der Letzte seiner Familie gewesen ist – Eltern und die Schwester wurden vor zwei Jahrzehnten von einem Unbekannten ermordet, die Leichen jedoch nie gefunden. Obwohl Jonas damals als Mordverdächtiger gegolten hatte, kann ihm jedoch nie etwas nachgewiesen werden.
Im Zuge der Untersuchungen wird immer deutlicher, dass Jonas tatsächlich nicht der Mörder von damals sein kann. Der echte Täter schickt Judith Krieger immer wieder Fotos, die verschiedene Tatorte zeigen, sodass die Polizei ihm langsam auf die Schliche kommt. Die Leichen werden weit entfernt in einem Waldstück gefunden und es stellt sich heraus, dass Miriam, Jonas’ Schwester, eine Affäre mit einem älteren Mann gehabt hatte, der für die Taten verantwortlich sein könnte.
Zusätzlich zu dieser Geschichte gibt es da noch Eric Sievert und seine Familie. Als illegaler Schatzsucher in der sumpfigen Au unterwegs, findet er immer wieder Artefakte, die er eigentlich den Behörden übergeben müsste, sie stattdessen aber gewinnbringend verkauft. Eines Tages findet er eine goldene Kette, die er seiner Frau schenkt. Es stellt sich heraus, dass das Schmuckstück eigentlich Miriam gehört hat, die es von ihrem älteren Freund geschenkt bekommen hatte. Allmählich ergibt sich eine Verbindung zwischen Eric Sievert und dem Ermittlerteam.
Sieverts guter Freund Kurt gerät schließlich ins Visier der Ermittlungen. Er war in einem Kinderheim aufgewachsen, was im Zuge des Romans mehr und mehr eine bedeutsame Rolle spielen wird. Die Kinderheime der 80er Jahre – eines davon ist das Heim Frohsinn, in welchem Jonas Vollenweiders Eltern früher als „Heimeltern“ gearbeitet hatten – waren weniger dazu da, den Waisen eine angenehme Kindheit zu bereiten, als sie als billige Arbeitskräfte auszubeuten und ihnen jegliches Recht auf Freiheit und eigenen Willen zu nehmen. Zu allem Überfluss findet die Polizei schließlich auch noch zahlreiche Kinderleichen, die im Gemüsebeet des inzwischen zur Ruine verfallenen Hauses Frohsinn verscharrt worden waren und bis heute Spuren von Misshandlungen aufweisen.
Judith Krieger kommt des Lösung des Falls indessen bei Jonas Vollenweiders hinterlassenen hochschwangeren Frau auf Griechenland näher. Sie erzählt von dieser goldenen Kette, die sich als wichtiges Schlüsselelement zur Lösung des Falls herausstellen wird. Früher hatte es einem Heimkind namens Rudi gehört und ein Foto seiner Mutter enthalten. Nachdem es ihm von den Vollenweiders brutal weggenommen worden war, entwickelte dieser einen Mutterkomplex und entschließt sich schließlich dazu, sich an den herzlosen Heimeltern Vollenweider zu rächen. Doch was ist mit Miriam? Ist sie vielleicht noch am Leben? Wer verbirgt sich hinter dem nichtssagenden Vornamen „Rudi“? Ist der Täter vielleicht die ganze Zeit über ganz in der Nähe?
**2) ** **Stilistisches und Sprachliches**
Das Werk ist von Beginn bis zum Ende im Präsens geschrieben. Dadurch wird zwar ein besonderer Stil ausgedrückt, allerdings fällt es anfangs schwer, sie an diese Art der Erzählung zu gewöhnen. Andererseits jedoch ist der Zweck dieser sprachlichen Methode natürlich klar – die LeserInnen sollen unmittelbar das miterleben, was auch die Protagonisten erfahren. Diese Unmittelbarkeit des Geschehens kann anders nur schwer ausgedrückt werden.
Im Buch werden verschiedene Perspektiven verwendet, sodass man nicht nur aus der Sicht von Judith Krieger liest, sondern viele verschiedene Protagonisten auf ihren Wegen begleitet und damit größere Zusammenhänge als die Einzelpersonen erkennen kann.
**3) ** **Kritik**
Bis zuletzt strotzt der Roman vor Spannung. Als LeserIn wird man immer wieder auf die falsche Fährte geführt und weiß bis zuletzt nicht, wer tatsächlich der Täter gewesen ist. Als die Auflösung schließlich geboten wird, steht man wirklich einer Überraschung gegenüber.
Zudem leistet das Werk einen wichtigen Beitrag zur Bewusstmachung der Zustände in damaligen Kinderheimen. Ich persönlich hatte davor nie über die dramatischen Misshandlungen in solchem Ausmaß gehört. Gisa Klönne gelingt es, diese verdrängten Tatsachen wieder in Erinnerung zu rufen und die LeserInnen dazu aufzurufen, sich Gedanken um dieses Thema zu machen, um damit vielleicht wenigstens manchen der Opfer von damals ihren Tribut zu zollen.
**1) ** **Inhalt**
Judith Krieger ist eine Kriminalermittlerin, die durch Zufall frühmorgens an einen Tatort kommt – Jonas Vollenweider, ein ausgewanderter Deutscher, der nur für ein paar Tage wieder im Land hätte sein wollen, liegt erschossen unter einer Eisenbahnbrücke. Durch die Ermittlungen kommt heraus, dass er der Letzte seiner Familie gewesen ist – Eltern und die Schwester wurden vor zwei Jahrzehnten von einem Unbekannten ermordet, die Leichen jedoch nie gefunden. Obwohl Jonas damals als Mordverdächtiger gegolten hatte, kann ihm jedoch nie etwas nachgewiesen werden.
Im Zuge der Untersuchungen wird immer deutlicher, dass Jonas tatsächlich nicht der Mörder von damals sein kann. Der echte Täter schickt Judith Krieger immer wieder Fotos, die verschiedene Tatorte zeigen, sodass die Polizei ihm langsam auf die Schliche kommt. Die Leichen werden weit entfernt in einem Waldstück gefunden und es stellt sich heraus, dass Miriam, Jonas’ Schwester, eine Affäre mit einem älteren Mann gehabt hatte, der für die Taten verantwortlich sein könnte.
Zusätzlich zu dieser Geschichte gibt es da noch Eric Sievert und seine Familie. Als illegaler Schatzsucher in der sumpfigen Au unterwegs, findet er immer wieder Artefakte, die er eigentlich den Behörden übergeben müsste, sie stattdessen aber gewinnbringend verkauft. Eines Tages findet er eine goldene Kette, die er seiner Frau schenkt. Es stellt sich heraus, dass das Schmuckstück eigentlich Miriam gehört hat, die es von ihrem älteren Freund geschenkt bekommen hatte. Allmählich ergibt sich eine Verbindung zwischen Eric Sievert und dem Ermittlerteam.
Sieverts guter Freund Kurt gerät schließlich ins Visier der Ermittlungen. Er war in einem Kinderheim aufgewachsen, was im Zuge des Romans mehr und mehr eine bedeutsame Rolle spielen wird. Die Kinderheime der 80er Jahre – eines davon ist das Heim Frohsinn, in welchem Jonas Vollenweiders Eltern früher als „Heimeltern“ gearbeitet hatten – waren weniger dazu da, den Waisen eine angenehme Kindheit zu bereiten, als sie als billige Arbeitskräfte auszubeuten und ihnen jegliches Recht auf Freiheit und eigenen Willen zu nehmen. Zu allem Überfluss findet die Polizei schließlich auch noch zahlreiche Kinderleichen, die im Gemüsebeet des inzwischen zur Ruine verfallenen Hauses Frohsinn verscharrt worden waren und bis heute Spuren von Misshandlungen aufweisen.
Judith Krieger kommt des Lösung des Falls indessen bei Jonas Vollenweiders hinterlassenen hochschwangeren Frau auf Griechenland näher. Sie erzählt von dieser goldenen Kette, die sich als wichtiges Schlüsselelement zur Lösung des Falls herausstellen wird. Früher hatte es einem Heimkind namens Rudi gehört und ein Foto seiner Mutter enthalten. Nachdem es ihm von den Vollenweiders brutal weggenommen worden war, entwickelte dieser einen Mutterkomplex und entschließt sich schließlich dazu, sich an den herzlosen Heimeltern Vollenweider zu rächen. Doch was ist mit Miriam? Ist sie vielleicht noch am Leben? Wer verbirgt sich hinter dem nichtssagenden Vornamen „Rudi“? Ist der Täter vielleicht die ganze Zeit über ganz in der Nähe?
**2) ** **Stilistisches und Sprachliches**
Das Werk ist von Beginn bis zum Ende im Präsens geschrieben. Dadurch wird zwar ein besonderer Stil ausgedrückt, allerdings fällt es anfangs schwer, sie an diese Art der Erzählung zu gewöhnen. Andererseits jedoch ist der Zweck dieser sprachlichen Methode natürlich klar – die LeserInnen sollen unmittelbar das miterleben, was auch die Protagonisten erfahren. Diese Unmittelbarkeit des Geschehens kann anders nur schwer ausgedrückt werden.
Im Buch werden verschiedene Perspektiven verwendet, sodass man nicht nur aus der Sicht von Judith Krieger liest, sondern viele verschiedene Protagonisten auf ihren Wegen begleitet und damit größere Zusammenhänge als die Einzelpersonen erkennen kann.
**3) ** **Kritik**
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